
SIERRA NORTE: Cuetzcalan - Teziutlán (Tag 3) |

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zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2005 |
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Um sieben Uhr weckt mich mein Handy, und in Erwartung einer wahrscheinlich langen Fahrt stehe ich auf, was auch heute schwer fällt, denn im Zimmer ist es s...kalt. Obwohl nur auf 1000m gelegen, ist es in Cuetzalan empfindlich frisch geworden, ein Blick aus dem Fenster offenbart den Grund: Es ist dichter Nebel aufgezogen, der das Dorf in einen nasskalten, tristen Ort mit überaus rutschigen Natursteinstraßen verwandelt. Gepackt ist schnell, und um halb acht sehne ich mich nach einem heißen Kaffee. |
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beobachte ich das Treiben der Leute auf der Straße. Mit einem Pfund frisch gemahlenem Kaffee unterm Arm verlasse ich Los Cafetales, wenig später das Hotel und mache mich auf, dem Nebel zu entfliehen, in dem ich der Straße auf rund 2000 m ü.NN und zu weiter im Landesinneren gelegenen Bergen und Tälern folge. Tatsächlich habe ich den Nebel und damit die Nässe nach einer halben Stunde hinter mir gelassen. Meine heutige Fahrt orientiert sich zunächst am Tourenvorschlag der Ruta del hupil y el café und führt mich von Cuetzalan (1000 m ü.NN) über eine mit der gestrigen Tour vergleichbare Berg- und Tal-Strecke vorbei an Apulco ins etwa 40 km entfernte Zacapoaxtla (1800 m ü.NN). Die Strecke ist sehr kurvenreich, so dass beim Fahren wieder richtig Spaß aufkommt. Das herrliche Panorama hilft allerdings nicht dabei, sich auf hinter der nächsten Kurve lauernde Schlaglöcher oder Steine zu konzentrieren, welche die Fahrt wieder recht anstrengend gestalten. |
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Da das Hotelrestaurant erst in einer Stunde öffnen wird, laufe ich durch die Gassen des Zentrums, wo schon einige Händler wieder ihre Verkaufsstände aufbauen, auf der Suche nach einem Frühstück. Mein Ziel ist Los cafetales, ein kleines Café, das zum Glück gerade aufgemacht hat. Auf dieses Café bin ich schon gestern Abend aufmerksam geworden, den es riecht rundherum nach frisch geröstetem und gemahlenem Kaffee. Bei einem mexikanischen Frühstück (Rührei mit Zwiebeln, Chili und Tomate, warmer Bohnenbrei und Tortillas) sowie einem ausgezeichneten Kaffee |





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Ab Zacapoaxtla will ich zur Ruta de la perla norte wechseln und fahre deshalb zunächst etwa 20 km entlang einer kleinen Straße nach Tlatlauquitepec. Auf halber Strecke überrascht mich wieder der Nebel, welcher schließlich immer dichter wird, und sich auch nicht mehr auflöst. Streckenweise beträgt die Sicht keine 20 Meter, so dass höchste Vorsicht geboten ist, man sieht weder das vorausfahrende Auto (wer braucht schon Licht ?) noch den nächsten Topes (Schwelle) oder die Richtung der nächsten Kurve. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in solch dichtem Nebel unterwegs gewesen zu sein, die Sichtverhältnisse erinnern ein bisschen an Schneesturm. |




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Durch das Tal von Apulco führt die Straße auf der anderen Seite des Tales wieder rauf nach Zacapoaxtla. In Zacapoaxtla herrscht am Sonntagvormittag reges Treiben, neben dem obligatorischen Besuch von Zócalo und Kirche habe ich mir ein zweites Frühstück in der Panaderia besorgt, wo es immer reichlich Auswahl an süßen Teilchen gibt. Leider war kein Café zu entdecken, so dass bei Wasser geblieben bin. |



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Aufgrund der Sichtverhältnisse besuche ich die eigentlich eingeplanten Dörfer entlang der Strecke nicht, denn wie soll ich ohne jegliche Orientierung das Zentrum finden, wenn man den Kirchturm erst sieht, wenn man direkt davor steht? Somit lese ich lediglich die Hinweisschilder mit den Namen Yaonahuac (1700 m ü.NN), Hueyapan (1680 m ü.NN), Atempan (1940 m ü.NN), Chignautla (2000m ü.NN) und erreiche schließlich schon die Stadt Teziutlán, wo ich heute übernachten möchte. Es ist erst 13 Uhr, als ich am Hotel ankomme, doch aufgrund des allgegenwärtigen Nebels und der Auskunft der Rezeption, dass dies auch in den eigentlich noch eingeplanten zwei weiteren Orten nicht anders sein wird, beschließe ich, den Tag hier zu verbringen. Ich mache mich zu Fuß auf ins Zentrum, das nur einen Block vom Hotel entfernt ist. Der Nebel verhindert jedoch, dass ich die Türme der Kathedrale vom Hotelzimmer aus sehen kann, wie ich später feststelle. Also erkunde ich die umliegenden Straßen, schlendere durch die Markthallen und suche nebenbei schon mal ein Café. |


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Bei den Kleinhändlern neben der Kathedrale (ähnlich einem Jahrmarkt) erstehe ich eine CD mit aktuellen spanischen Songs, und gönne mir frisch zubereitete Churros. Anschließend kehre ich zunächst zum Zócalo zurück, wo für eine Spendenaktion teilweise Livemusik, teilweise Tanzaufführungen dargeboten werden. Im stetigen Nebel / Nieselregen wird es allmählich unangenehm kalt, doch zusammen mit den wenigen anderen Leuten genieße ich das Gratiskonzert, und weil mir die Musik gefällt, beteilige mich auch an der Spendenaktion für die geplante lokale Hilfsaktion. Insgesamt ist es eine recht winterliche Atmosphäre, ich fühle mich stark an den Aachener Winter erinnert, wenn man abends bei Eiseskälte im Nebel oder Schnee über den Weihnachtsmarkt bummelt. Allerdings fehlen hier ganz wesentliche Dinge: Es gibt weder Glühwein noch Lebkuchen. Schließlich zeiht es mich ins Café, bei einem guten Cappuccino für 14 Peso kann man auch gleich zwei trinken, um sich aufzuwärmen. Danach lockt wieder das Konzert, welches den gesamten Platz vor der Kathedrale beschallt. Sind aber wohl kaum mehr als 100 Zuhörer. So wird es heute ein angenehmer, lockerer Nachmittag in Tezuitlán, ein bisschen Erholung vom vielen Fahren während der letzten zweieinhalb Tage. Das Wetter kann man ja leider nicht ändern, aber ich gehe davon aus, dass ich morgen spätestens ab nachmittags wieder so nahe an Puebla bin, dass Regen, Nebel und Kälte wieder der Vergangenheit angehören werden. |



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Unterkunft: Das Hotel Central Tezuitlán liegt günstig mitten in der Stadt, verfügt über eigene Parkplätze, und für 350 Peso erhält man ein recht großes, sauberes, ordentliches Zimmer, allerdings gibt es auch hier keine Heizung. Auch der Bushof ist nur vier Blocks entfernt. |