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zuletzt aktualisiert: 2. Dezember 2005

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Herzlich willkommen

Meine Erfahrungen in México. Kurze Berichte und einige Fotos für jeden, der sich dafür interessiert. 

Mittwoch, 02.11.2005: Día de los Muertos (Feiertag)

Am heutigen arbeitsfreien Feiertag zum Gedenken der Toten möchte ich mir im Zentrum die Ofrendas zu Ehren der Verstorbenen anschauen. Das sind Altare mit allen Gaben, die man der verstorbenen Person mitgeben möchte, beispielsweise Dinge, die zu Lebzeiten beliebt waren. Neben Weihrauch sind orangefarbene Blumen ein wichtiges Element dieser Altare. Auch die Regierung und andere offizielle Stellen richten solche Ofrendas zu Ehren früherer Mitarbeiter ein, entweder in einem Gebäude oder direkt auf dem Zócalo. Weitere Bilder...

Anschließend wollte ich in der Tourist-Info nach Informationen zur Zugverbindung nach Oaxaca fragen; mit dem Ergebnis, dass es seit drei Jahren keine Personenzüge von / nach Puebla mehr gibt. Schade, diese Fahrt soll sehr schön gewesen sein.

Nachdem ich bei einem früheren Besuch der Tourist-Info in meiner ersten Woche eher enttäuscht war, war die Unterhaltung mit den beiden heute anwesenden Personen sehr informativ, so dass ich über eine Stunde geblieben bin. Außerdem hab ich nach Erwähnung meiner geplanten Wochenendtouren in die Umgebung sehr interessante Broschüren bekommen, mit insgesamt acht gut beschriebenen (Auto-) Touren innerhalb des Staates Puebla sowie fünf Touren zur Erkundung der Stadt und Umgebung.

Diese Broschüren bekommt man wohl nur wenn man länger bleiben will, außerdem sind sie noch fast druckfrisch (Juli `05), so dass alle Infos aktuell sein dürften. Habe jetzt also gutes Basismaterial, um die folgenden Wochenenden mit Programm zu füllen.

Der jüngere der beiden Mitarbeiter studiert Sprachen an der Uni, spricht daher auch ausreichend deutsch. Da er gerade Feierabend hatte, haben wir ein kleine Tour durch die Stadt gemacht und uns in einem Café noch unterhalten: er in Deutsch, ich in Spanisch. So wurde aus der Unterhaltung nicht nur sympathische Bekanntschaft , sondern auch ein kleiner Sprachkurs.

Ofrendas (Día de los Muertos)

Samstag, 05.11.2005: Ausflug nach Tlaxcala

Seit vier Wochen bin ich bereits in Mexiko, und inzwischen fühle ich mich sehr wohl hier. Zum Glück muss ich nicht schon nach drei Monaten zurück nach Hause, dann wäre heute schon fast Halbzeit. Denn so richtig viel Zeit hat man dann doch nicht, wenn man zum Arbeiten hier ist. Deshalb nutze ich die Wochenenden so gut es geht, um Land und Leute kennen zu lernen. Heute geht’s also zum ersten Mal mit dem Auto auf Tour, dafür hab ich es schließlich auch.

Mein Ziel ist Tlaxcala, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und nur 36 km von Puebla entfernt. Eine überschaubare Strecke, für den Anfang gut geeignet, um im dichten Verkehr mit ungewohntem Verkehrsverhalten zurechtzukommen und um sich an die Straßenverhältnisse zu gewöhnen. Größte Herausforderung stellen hier die Topes dar, also Schwellen, die die Geschwindigkeit regeln sollen. Diese sind oft nicht beschildert und selten durch Farbmarkierungen gekennzeichnet, so dass dann auch mal die Reifen quietschen, um einem potenziellen Achsbruch zu entgehen, wenn man den nächsten Topes zu spät bemerkt. (Meist geht’s im zweiten Gang ohne Gas, manchmal aber auch nur aus dem Stillstand!). Und falls mal kein Topes kommt, dann mit Sicherheit ein tiefes Schlagloch :-)

Ich bin allerdings gut angekommen, Fahrtzeit war etwa anderthalb Stunden. In Tlaxcala hab ich mir die Stadt angeschaut, in meinen Reiseführern sind die interessantesten Ziele schließlich beschrieben. Nach einem (obligatorischen) gemütlichen Kaffee am Zócalo bin ich schließlich wieder zurückgefahren, mit Abstechern zu kleinen Ortschaften und Aussichtspunkten. Allerdings auch mit dem Ziel, vor Einbruch der Dunkelheit zuhause zu sein. Und Tageslicht haben wir hier momentan etwa von kurz nach sechs Uhr früh bis sechs Uhr abends.

Tlaxcala in Bildern...

Sonntag, 06.11.2005: Ruinen von Cacaxtla und Xochitécatl

Ganz in der Nähe meines gestrigen Zieles befinden sich auch die Ruinen Cacaxtla und Xochitécatl. Mit dem Auto ist der relativ hoch gelegene Ort gut und bequem zu erreichen, dafür muss man dann allerdings einen Parkplatz „kaufen“, mit 20 Peso ist man dabei. Erfreulicherweise ist der Eintritt zu beiden Pyramiden am Sonntag kostenlos.

In der erst 1975 entdeckten großen Pyramide von Cacaxtla sind neben Resten von Mauern und Räumen einige hervorragend erhaltene Wandmalereien zu sehen. Um diese farbenprächtigen Darstellungen zu schützen ist die gesamte Ausgrabungsstätte überdacht. Ein Holzsteg führt über die Anlage und viele Tafeln erklären, was man gerade sehen kann. Dieses Zeremonialzentrum stammt vermutlich aus der Zeit um 700 n. Chr., und wurde später offensichtlich sorgfältig zugeschüttet, um die Malereien zu erhalten.

Auf dem Nachbarhügel liegt schon die große Pyramide von Xochitécatl, die man auch auf dem Weg von Mexikostadt nach Puebla gut sehen kann. Eine halbe Stunde Fußweg mit einem Ab- und Aufstieg  verbindet die beiden Orte.

Doch der schweißtreibende Fußmarsch wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Von der Pyramide aus erhält man einen 360° Rundblick, der bei klarer Sicht erst bei den umliegenden Vulkanen enden würde. Leider war es etwas diesig, so dass die Vulkane nur schemenhaft zu sehen waren.

Außerdem sind hier noch die Basen zweier weiterer Pyramiden zu erkennen, sowie die runde Pyramide von etwa 300 v. Chr., deren ursprünglicher Zweck nicht eindeutig geklärt ist.

Auf dem Gipfel von Xochitécatl hab ich deutsche Touristen getroffen, denen gerade der Film ausgegangen ist, als sie die Treppe der Pyramide hochkamen. Das ist dann wohl dumm gelaufen, denn hier gibt es keine fliegenden Händler, die sind eine Stunde zurück auf dem Parkplatz zu finden. Mit meiner Speicherkarte konnte ich da auch nicht weiterhelfen.

Weitere Bilder von heute...

Montag, 07.11.2005: Webseiten erweitert

Meine Hauptbeschäftigung nach dem Arbeiten ist wieder einmal das Basteln an der Homepage. Neben der Umstellung auf monatsweise Dateien für das Tagebuch habe ich das von der Uni zu Verfügung gestellte Gästebuch aktiviert, so dass  mich Feedback und Grüße erreichen können.

Außerdem müssen zwei interessante Ausflugstage verarbeitet werden, das dauert noch ein paar Abende, denn momentan sind auch ein paar Überstunden notwendig.

Und zuletzt macht sich gerade die Datenmenge auf unerwünschte Weise bemerkbar: Ich hab wohl gerade den mir derzeit zu Verfügung stehenden Speicher überschritten….

Dienstag, 08.11.2005: Nachtrag zum Wetter in Puebla

Zurzeit ist es hier morgens sehr kalt (es hatte schon stellenweise Frost), wird aber mit den ersten Sonnenstrahlen schnell wärmer. Mittags kann es gut und gerne 28 °C heiß werden, in der Sonne fühlt man noch mehr, und die Klimaanlage im Auto ist mehr als angenehm. Abends wird es schnell kalt, oft auch sehr windig, eventuell fallen jetzt auch mal ein paar Regentropfen.

Die Sonnenstrahlung ist hier (trotz bevorstehendem Winter) sehr stark; das vergisst man gerne und so hab ich mir am Sonntag mal wieder einen Sonnenbrand eingefangen. Heute Nachmittag hat es zum ersten Mal tagsüber geregnet, ein heftiger Regenguss, der nichts trocken ließ.

Zurzeit hat man leider keine gute Sicht, was wohl hauptsächlich am momentanen Klimawechsel von Regen- auf Trockenzeit liegt. Es ist immer ziemlich diesig, aber daran hab ich mich auch schon gewöhnt. Insgesamt ist es aber sehr angenehm hier.

 

Und eine Bemerkung zum Eintrag von gestern: Der Speicherplatz ist tatsächlich zu gering, hab mich daher entschlossen, den Tarif zu wechseln und erwarte daher demnächst ausreichende Speicherkapazität. Die Bilderseiten waren ja bisher eh schon zur Uni ausgelagert.

Textfeld:         Home
Textfeld:         Tagebuch
Textfeld:         Kontakt
Textfeld:         Gästebuch

Donnerstag, 10.11.2005: Mehr Speicherplatz, jetzt sollten die Seiten wieder vollständig angezeigt werden.

Seit gestern ist der zusätzliche Speicherplatz verfügbar und ich habe die kompletten Seiten aktualisiert du ins Netz geladen. Da meine Modemverbindung sehr langsam und zeitweise auch unzuverlässig ist, hab ich das nicht ganz geschafft und mache heute Abend weiter, weshalb die Seiten momentan noch nicht vollständig zu sehen sind.

Außerdem hab ich jetzt ein eigenes Gästebuch zu Verfügung, so dass ich den Link zu meiner Uni-Homepage wieder gelöscht habe. Da noch kein Eintrag drin stand, macht das aber auch keinen Unterschied.

Die zusätzlichen Seiten mit den Fotos zum letzten Wochenende sind noch in Arbeit, dazu hat bisher die Zeit gefehlt.

Tagebuch: NOVEMBER 2005

Mittwoch, 16.11.2005: Seiten sind endlich komplett und aktuell

Seit gestern sind nun auch endlich alle Bilderseiten zum vorletzten Wochenende fertig und online verfügbar: Cacaxtla und Tlaxcala.

Im übrigen vielen Dank für die ersten Einträge ins Gästebuch, die ich natürlich alle sofort gelesen habe (ich erhalte jeden Eintrag als Kopie per Email).

Samstag, 12.11.2005: Autowandern

Heute war nur ein kleiner Ausflug geplant, zu einem in der Karte groß eingezeichneten See nahe Puebla. Leider ist der See nur Sumpfgebiet und vollständig mit Pflanzen zugewachsen. Also bin ich eine größere Runde auf der Straße weitergefahren, und habe die Landschaft genossen und die Ortschaften angeschaut. Da man mit dem Foto nicht den gesamten Eindruck der Weite und Größe des Landes einfangen kann, gibt’s auch fast keine Bilder von heute.

Sonntag, 20.11.2005: Richtung Popocatépetl und Atlixco

Mein heutiges Ziel ist zunächst der Pass zwischen den beiden Vulkanen im Nordwesten, Popocatépetl und Ixtaccíhuatl, die ja auch Puebla und México (-Stadt) voneinander trennen. Daher erhoffe ich mir eine tolle Aussicht. Leider ist die Straße wohl kurz vor dem Scheitel gesperrt, da der Popocatépetl zur Zeit aktiv und deshalb gefährlich ist.

Der erste Teil der Strecke ab Cholula bis nach San Nicolas de los Ranchos ist in zwei Varianten möglich, meine Wahl für die Hinfahrt (kleinere Straße) hat mich durch wunderschöne Landschaften und kleinste Dörfer gebracht, allerdings auch durch abenteuerliche Straßen, durch engste Gassen über den Marktplatz und in entlegene Winkel. Aber zum einen kann ich mit meinen Spanischkenntnissen glücklicherweise nach dem Weg fragen, und zum anderen bin ich letztlich am richtigen Ende raus gekommen. Leider fehlen an (wichtigen) Kreuzungen oftmals jegliche Hinweisschilder, so dass ich nach Gefühl weiterfahre. Da kommt es dann schon mal vor, dass das Gefühl plötzlich meint, ich müsste allmählich wieder umkehren und die andere Straße nehmen.

Von San Nicolas de los Ranchos führt die gut ausgebaute Carretera aus Cholula weiter Richtung Tlamacas, meinem Ziel. Nach etwa 5 km und dem nächsten Dorf ist aber plötzlich Schluss mit der breiten Straße. Und auch Schluss mit der Teerstraße. Hier weist ein Schild den Weg in ein 15km entfernten Dorf, das Touristen willkommen heißt.

Die einzigen Straßenschilder, denen ich während der letzten Kilometer noch begegnet war, hatten die Aufschrift „Ruta de evacuación“ und einen großen Pfeil in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Die Vulkane sind also schon nahe.

Also los geht’s auf die holprig-staubige Sand- und Schotterpiste, stetig ansteigend…. Da heute jedoch die Wolken um die Vulkane leider nicht verschwinden wollen, und auch die Sicht zurück nach Puebla sehr schlecht ist, beschließe ich, vorzeitig umzukehren und ein anderes Wochenende noch mal hierher zu kommen.

Die Rückfahrt geht deutlich schneller, und ich fahre über die Carretera weiter ins etwa 40 km von Puebla entfernte Atlixco, einer in einem warmen fruchtbaren Tal gelegenen Stadt.

Eine auf einem spitzen Hügel gelegene Kapelle ist mein erstes Ziel, und in der heißen Sonne fühlt sich der Berg noch höher an. Anschließend erkunde ich das Stadtzentrum mit dem Zócalo, verzichte allerdings auf einen gemütlichen Kaffee, da mir die Stadt im Vergleich zu Cholula oder Tlaxcala nicht gefällt, und fahre stattdessen über die Autobahn (Maut) auf dem schnellsten und am wenigsten anspruchsvollen Weg (keine Topes) nach Puebla zurück.

Weitere Bilder von heute...

 

Nächstes Wochenende ist autofrei geplant: Mit dem Bus werde ich nach México D.F. fahren (2 Stunden), und zum ersten Mal in diese Stadt mit 22-Millionen-Einwohner besuchen.

Samstag / Sonntag, 26.+27.11.2005: Ciudad de México, (oder kurz: D.F. = Distrito Féderal)

Der heutige Samstag beginnt früh: um 7.15 Uhr muss ich schon am Bushof von Puebla (CAPU) sein, der eine Viertelstunde mit dem Taxi entfernt liegt. Nach dem Kauf der zuvor reservierten 1. Klasse Tickets heißt es warten, bis es endlich losgeht: Auf die etwa zweistündige Fahrt in die Hauptstadt.

Die Busfahrt aus mehreren Gründen: Personenzüge gibt es in Mexiko leider keine mehr, Autos dürfen nicht jeden Tag fahren, außerdem herrscht wahnsinnig dichter Verkehr und die Maut für die Autopista muss man auch einkalkulieren. Mit 90 Peso ist der Bus daher auch finanziell die beste Wahl. Mit einem ziemlich teuren Taxi (Festpreis) geht’s anschließend ins Zentrum zur Jugendherberge, wo ich heute übernachten werde.

Vom Gepäck befreit geht‘s zu Fuß los in Richtung des nur vier Blocks entfernten Zócalo von México D.F., dem zweitgrößten Platz der Welt nach dem Roten Platz in Moskau. Außerdem will ich zum Templo Mayor, direkt neben der Kathedrale gelegen, und mit einem guten Museum. Ebenfalls auf meiner Liste steht das Museo de la Ciudad mit Informationen zur Geschichte dieser Großstadt. Weiteres Ziel ist der Torre Latino, eines der ersten Hochhäuser México`s, das auch schon das schwere Erdbeben überstanden hat. Denn heute scheint es, als ob außerordentlich gute Sichtverhältnisse herrschen, der Smog ist minimal. Und da lohnt sich dann auch das Ticket für 40 Peso zur Aussichtsplattform im 44. Stockwerk, direkt unter den Antennen.

Hier klicken, um diese Tour zu begleiten. (Direkt zum Templo Mayor)

Nach einer kurzen Nacht mache ich mich am Sonntag bereits früh auf den Weg in Richtung Parque Chapultepec. Heute per Metro, da der Park etwa vier Kilometer entfernt liegt, und die Metro ein schnelles und sehr billiges Verkehrsmittel ist (pro Fahrt mit beliebigem Umsteigen lediglich zwei Peso, ungefähr 0,16 €). Großes Gepäck ist in der Metro übrigens verboten; auch wenn man am eher ruhigen Wochenende seine Fahrten macht, weiß man sofort warum: es ist halt kein Platz für Gepäck, wenn solche Menschenmassen in die Metro einsteigen wollen.

Sonntags ist der Park ab dem Nachmittag von mexikanischen Familien bevölkert, die in der grünen Lunge der Stadt Erholung und Vergnügen suchen: Es gibt einen Freizeitpark, Bootsverleih, Museen, Picknickmöglichkeiten,…..

Neben dem Museum im Castillo Chapultepec will ich heute das Anthropologische Museum besuchen, das größte und umfangreichste seiner Art, zu allen in Mexiko vertretenen Kulturen und Völkern: Azteken, Maya,… (Da ich bereits gestern Bilder im Museum beim Templo Mayor gemacht habe, gibt es heute keine Museumsbilder, ich empfehle aber jedem, diese 2-3 Stunden zu investieren.)

Auch der heutige Ausflug lässt sich hier durch Klicken verfolgen.

Am späten Nachmittag habe ich nach Abholen meines Gepäcks die Metro zum Bushof für alle Busse nach Osten (TAPO) genommen, und glücklicherweise durch Umbuchen die Wartezeit verkürzen und einen früheren Bus zurück nach Puebla nehmen können. Dann war das Wochenende auch schon wieder rum, es ist wie immer viel zu kurz gewesen.

Der heutige erste Advent hat sich durch ersten Weihnachtsschmuck in den zentralen Straßen angekündigt, so dass ich diesen nicht vergessen habe.