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zuletzt aktualisiert: 20. November 2005

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Donnerstag, 13.10.2005: Vulkane in Sicht

Heute war relativ gutes Wetter: sehr sonnig und heiß, und kaum Wolken, so dass die Sicht auf die Vulkane nur durch die diesigen Abgase und fehlende erhöhte Aussichtspunkte gestört wurde. Damit waren die Vulkane, die die Stadt umgeben, nach einer Woche zum ersten Mal zu sehen. Da die Regenzeit aber gerade erst vorbei ist, sollte das noch besser werden.

Heute Nachmittag war ich wieder einmal im historischen Zentrum und hab mir einige Straßenzüge und Bauwerke angeschaut. Anschließend hab ich mir die ersten kulinarischen Spezialitäten der Stadt gegönnt: chile en nogada (überbackene, mit Käse gefüllte Chilischoten) und ein licuado (Mischung aus Milch, Wasser, Fruchtsäften, teilweise Schokolade und anderem: schmeckt ungewohnt aromatisch und ist sehr erfrischend).

Während Tequila und Kahlua hier im Original hergestellt werden und vergleichsweise günstig zu kriegen sind, hält sich die Auswahl an mexikanischem Kaffee sehr in Grenzen. Leider sind die Filter sehr teuer, und der Kaffee schmeckt auch nicht besonders. Die Mexikaner sind offensichtlich sehr stolz auf die Errungenschaft des Instant-Kaffee, das erklärt auch meine Entdeckung von heute Nachmittag: In dem Café/Restaurant am Zócalo wurde auf der Karte einerseits café con leche (Milchkaffee) und andererseits agua caliente con Nescafé (heißes Wasser …) angeboten. Auf dem Nachbartisch stand auch tatsächlich ein Glas Pulverkaffee...

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Dienstag, 11.10.2005: Im kleinsten Vulkan der Welt

Aufgrund der geringen Bewölkung im Vergleich zu den letzten Tagen bin ich mit dem Taxi zum angeblich kleinsten Vulkan der Welt gefahren, dieser befindet sich von mir aus gesehen auf der anderen Seite der Stadt im Stadtteil La Libertad.

Taxi fahren war ein Versuch, da ich weder die Buslinien kenne (es gibt anscheinend auch keine Pläne) noch typische Fahrpreise. Ohne Taximeter war der Preis noch schwieriger einzuschätzen, und nach Handeln (bei Fahrtantritt) hab ich letztlich 50 Peso bezahlt für eine 15minütige Fahrt quer durch die Stadt. Anschnallen ist Pflicht bei dem an den Tag gelegten Fahrstil, und bei stets geöffneten Fenstern wehen einem Straßenstaub und Abgase in die Augen. Zum Glück hab ich den Stadtplan schon ein paar Mal studiert, so dass ich größtenteils wusste, wo ich ungefähr war.

Ich hab mir schließlich den „Volcan Cuezcomate“ angeschaut, der touristisch gut erschlossen ist: fliegende Händler, alles zubetoniert... Der Eintritt ist frei, dafür muss man leider ziemlich viel herumliegenden Müll in Kauf nehmen. Die Wendeltreppe, die gut 15 Meter tief ins Innere hinabführt, kostet Überwindung, aber sie hat gehalten. Der Durchmesser varriert zwischen 8 und 23 Metern, am Grund gibt es einen kleinen See (Pfütze). Hab die Fotos dann so gemacht, dass es bestmöglich aussieht.

 

Auf dem Rückweg durch die Stadt bin ich im mexikanischen Eisenbahmmuseum vorbeigegangen und hab mir verschiedene Dampf- und Dieselloks, alte Waggons und Baumaschinen angeschaut. Viele der ausgestellten Fahrzeuge kann man besichtigen, es gibt (spanische) Hintergrundinformationen und Bilder aus der Pionierzeit der mexikanischen Eisenbahnen. Durchaus einen Besuch wert, der Eintritt war kostenlos.


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Museo de los ferrocarilles mexicanos

Samstag, 08.10.2005: Wo bin ich?

Heute will ich die Stadt erkunden, genauer gesagt das historische Zentrum von Puebla.

Da ich in einem anderen Stadtteil wohne, erfordert das einen längeren Spaziergang, vorbei an den Festungen aus kolonialer Zeit. Sobald man sich die Bezeichnungen der Straßen eingeprägt hat, findet man sich im schachbrettartig angelegten Stadtzentrum leicht zurecht.  Ausgehend vom Zócalo als zentralem Platz mit der Kathedrale geht es nach Osten (Oriente) oder Westen (Poniente), sowie nach Norden (Norte) und Süden (Sur), sortiert nach geraden und ungeraden Straßennummern.

Die Straßen sind mit hupenden, teils stinkenden Autos und Kleinbussen verstopft,  so dass man zu Fuß schneller vorankommt. Die Häuser in Kolonialarchitektur sind teils mit den berühmten Talavera-Kacheln verziert, so dass man farbenprächtige Gebäude und Kirchen zu sehen bekommt.

Einkaufen kann man in dieser Stadt gut, viele kleine Läden bieten etwas an, und auch Markthallen mit vielen Obst- und Gemüsehändlern sowie große Supermärkte bieten alles, was man so zum Leben braucht.

Die Stadt ist mit vielen Kirchen geschmückt, fast jede ist in einer anderen Farbe gehalten. Außerdem gibt es unzählige Museen, deren Besichtigung ich mir allerdings für spätere Besuche bewahren werde. Zunächst werde ich mir am Zócalo ein Café suchen und die Atmosphäre genießen.

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Freitag, 07.10.2005: Willkommen in México!

Nach insgesamt 14 Stunden Flugzeit (Frankfurt - Madrid - México) begrüßen mich beim Landeanflug um 6 Uhr morgens die unzähligen Lichter der 22 Millionen Metropole Mexiko City.

Nach Pass- und Zollkontrolle zwänge ich mich mit meinem Gepäck durch den Ausgang und halte Ausschau nach einem knallgelben Schild: Richtig, mein Abholer erwartet mich bereits und wir starten direkt durch zur zweistündigen Autofahrt ins 130 km entfernte Puebla.

Zunächst fahren wir zur Firma, die für die nächsten sechs Monate mein Arbeitgeber sein wird. Anschließend kaufen wir das nötigste an Lebensmitteln ein und fahren in Stadt zu meiner Unterkunft. Diese entpuppt sich als komfortable und geräumige Wohnung, die mit meiner mickrigen Studentenbude der letzten vier Jahre nicht vergleichbar ist. Eigenes Bad, eigene Kochecke, großes Wohnzimmer. Genügend Platz zum Wohlfühlen!

Um vier Uhr nachmittags falle ich übermüdet ins Bett, von Haustür zu Haustür hat mein Trip nun rund 29 Stunden gedauert, und im Flugzeug schläft es sich eher unbequem.

Catedral de Puebla

Volcan Cuezcomate

Sonntag, 16.10.2005: Endlich online!

Nach einigen Recherchen in Internetcafés und Rücksprache mit meinem Arbeitgeber, dem der Telefonanschluss hier gehört, hab ich eine akzeptable Möglichkeit gefunden, auch zuhause online zu gehen. Da es im Spanischen für die meisten englischen Begriffe der Computerwelt eine Übersetzung gibt, ist die Konfiguration mit telefonischer Anleitung auf Spanisch nur bedingt einfach.

Doch das Modem erlaubt mir endlich wieder Emailverkehr und vor allem das Updaten der Homepage mitsamt einigen Bildern. Die Geschwindigkeit ist zwar nicht berauschend, wenn man zuvor vier Jahre lang am LAN der Uni hängt, aber es genügt allemal.

Ansonsten hab ich am Wochenende einige mir bislang unbekannte Obst- und Gemüsesorten getestet und größtenteils für gut befunden. Insbesondere für licuados (Fruchtsaft mit Wasser und Eis) sind viele Früchte geeignet, da man so die unzähligen Kerne heraussieben kann.

@

Popocatepetl () und Malinche (▼)

Montag, 17.10.2005: Der erste Arbeitstag steht an

Ab heute ist das gemütliche Erkunden der Stadt erst mal beendet und mein erster Arbeitstag als Praktikant beginnt um 7 Uhr. An die reguläre 45 Stundenwoche muss man sich auch gewöhnen. Aber ansonsten ist alles bestens organisiert. Mein Ansprechpartner erwartete mich bereits und offensichtlich stehen interessante Projekte an, in welchen ich mitarbeiten kann. Mit meinen minimalen Sprachkenntnissen im technischen Bereich ist manches zwar ziemlich schwierig, aber das wird noch besser werden.

Außerdem erlebe ich jetzt auf dem Weg zur Arbeit, was hier „viel Verkehr“ zur Stoßzeit bedeutet: Die Straßen sind voll gestopft; es gibt so viele Fahrspuren, wie Autos Platz finden. Blinken muss man nicht, und schon gar nicht in die Richtung, in die man fahren will. Da muss man sich dann ein bisschen anpassen. Mit der Devise: zügig voran und dicht auffahren, kommt man scheinbar gut voran.

Aber noch bin ich nur passiver Zuschauer und werde freundlicherweise gefahren, aber das wird sich wahrscheinlich bald ändern...

Mittwoch, 19.10.2005: Auf ins Verkehrgewühl

Seit gestern Abend kann ich ein Auto nutzen, so dass ich meinen Weg zur Arbeit (10-15 Minuten) nun als aktiver Verkehrsteilnehmer zurücklege. Bislang war mir nicht bewusst, dass Autofahren auch so anstrengend sein kann. Man muss wirklich in alle Richtungen schauen, ob nicht doch jemand rechts vorbeifährt oder den Blinker versehentlich gesetzt hat…

Sonntag, 23.10.2005: Mit dem Touristenbus zur Pyramide in Cholula

Auch heute ist es hier wieder mal richtig heiß und sonnig, so dass man besser an Sonnencreme und helle Kleidung denkt. Hier fällt man bereits auf, wenn man eine Sonnenbrille trägt, denn die Mexikaner sind das grelle Licht ja gewohnt. Aber ohne Sonnenbrille komme ich hier als Europäer nicht zurecht.

Mein heutiges Ziel ist die Pyramide von Cholula, ein kleines Städtchen rund 15 km westlich von Puebla. Da es vom Zócalo Puebla einen täglichen Touristenbus (75 Peso) dorthin gibt, möchte ich diesen nutzen und erkunde auf dem Weg ins Zentrum (zu Fuß etwa 45 Minuten) wieder einige Straßen der Altstadt von Puebla. Am heutigen Sonntagvormittag ist es relativ ruhig und gemütlich in den Straßen, obwohl die meisten Geschäfte bereits offen sind (Man kann hier auch sonntags einkaufen, in den großen Märkten sogar wie jeden Tag bis 22.00 Uhr). Eine gute Gelegenheit also, noch einige Fotos zu machen.

In Cholula sind wir dann direkt ins Tunnelsystem eingestiegen, um die Pyramide zu durchqueren. Der Eintrittspreis richtet sich nach dem Reisepass, mein deutscher Pass ergab 33 Peso, der Spanier vor mir war mit 27 Peso dabei….

Diese Tepanapa-Pirámide besitzt die größte Grundfläche aller Gebäude dieser Welt, wurde mehrere Male nach dem religiösen Zyklus von 52 Jahren überbaut und ist heute ein bewachsener Hügel, auf dessen Kuppe die Kirche (früherer Tempel) Nuestra Señora de los Remedios steht. Mehr zur Pyramide in Form von Fotos, siehe rechts.

Anschließend stand ein Bummel durch die Altstadt auf dem Programm, wo der Bus zurück nach Puebla warten wollte. Als ich aber einsteigen wollte, war kein Bus (mehr) da. Aber inzwischen reichen meine Spanischkenntnisse, um herauszufinden, wo die Stadtbusse nach Puebla durchfahren. Folglich bin ich für 5 Peso zum zentralen Bushof von Puebla gegondelt, von dort mit einem Taxi nach Hause.

Trotzdem ist Cholula eine Stadt, die ich sicherlich nochmals besuchen werde. Deutlich ruhiger und überschaubarer als Puebla, und die Speisekarten einiger Restaurants sahen verlockend aus. Ich hab ja noch einige Wochenenden Gelegenheit dazu.

Pyramide, Cholula (Fotos)

Altstadt Puebla  (Fotos)

Freitag, 21.10.2005: Hurrikan in Mexiko

Habe per Email erfahren, dass es einen schweren Hurrikan auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan gegeben hat. Da ich mit Fernsehprogramm nur eingeschränkt versorgt bin und in den Radionachrichten nichts davon zu hören war, waren dies überraschende Neuigkeiten für mich. Denn hier in Puebla ist bestes Wetter: sonnig, warm, kaum Wind, kein Regen.

Daher hab ich mal die Entfernungen rausgesucht: Puebla - Cáncun: etwa 1200km (Luftlinie). Außerdem liegt Puebla im zentralen Hochland auf 2160m und weg von der Küste, so dass wir hier glücklicherweise verschont werden. Inzwischen gibt es aber auch Spendenaufrufe zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung. Bleibt zu hoffen, dass die Schäden behoben werden können.

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Meine Erfahrungen in México. Kurze Berichte und einige Fotos für jeden, der sich dafür interessiert. 

Tagebuch: OKTOBER 2005